V O R Ü B E R F O R M I E R U N G E N

Von der Disziplinierungsanstalt zum Ort künstlerischer und unternehmerischer Freiheit, vom militärischen Drill zum kritischen Denken? Installationen und Performances sowie die Uraufführung einer Komposition des Leipziger Komponisten Steffen Schleiermacher nehmen die militärische Vergangenheit des Fallenbrunnens zum Anlass für eine künstlerische Bestandsaufnahme: (Wie) Gelang die Konversion? Was ist vorüber? Welche Strukturen prägen das Gelände (bis) heute?

Immer neue Nutzungen haben die Gebäude am Friedrichshafener Fallenbrunnen seit ihrem Bau als FLAK-Kaserne im Jahr 1936 überformt und dabei doch die architektonischen Strukturen der Militärzeit erhalten. Die mit dem Abzug der Franzosen 1992 entstandenen Freiräume, die von Kulturschaffenden und Gastronomie, Sportvereinen und Autowerkstätten genutzt wurden und werden, standen so immer im Kontrast zu einer Architektur, die auf Reglementierung und Gleichmachung abzielte. Mit dem Einzug der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, der Zeppelin Universität sowie der Swiss International School ist dieser potentielle Widerspruch umso sichtbarer geworden: Wo sich einst militärische Aufmärsche formierten, sind heute Werkstätten, Bibliotheken und Spielplätze.

Auftakt für die Abende gibt die Uraufführung der Komposition von Steffen Schleiermacher; dann zeigen Studierende und KünstlerInnen der Plattform 3/3 auf dem gesamten Gelände Installationen, Ausstellungen und Performances zur Geschichte der Kaserne und ihrer heutigen Nutzung.