200 Jahre

200 Jahre

200 Jahre
von Stefan Sprang

Herzlich willkommen in der “Putin Foundation für mehr Langlebigkeit”. Ja, ja, ja, es klingt etwas, wie soll ich sagen, „knotig“, uneben, höckerig, irgendwie ja, irgendwie doof, oder? Im Russischen hört es sich viel schöner an, da ist es Musik in unseren Ohren, da ist es große Oper.

“Fond” (geschlossenes u) “Putina za” (weiches z) “uvelitschenie” (Betonung auf zweitem e) “prodolzhitelnosti” (weiches sch, Betonung auf i) “zhizni” (Betonung auf dem ersten i)”

Aber egal wie rum, dass Ergebnis ist am Ende – hoffentlich – dasselbe. Also, willkommen, mein Name ist Thilo Matschke und gestern bin ich neunzig Jahre alt geworden. Das ist doch einen Applaus wert, oder?

Stefan Sprang, hat Thilo Matschke ein Stück auf den Leib geschrieben. In 200 Jahre geht es um einen alternden Clown, der im Jahr 2050, in Moskau, in einer Zelle auf seine Gentherapie wartet, um sich verjüngen zu lassen. Science Fiction? Um Gottes Willen, nein. Wenn der Mensch eins will, dann ist es Gott spielen. Wie lange wollen wir leben? Stefan Sprangs Text handelt von Langlebigkeit, vom Jugendwahn, vom älter werden und vom Zeit anhalten. In Kombination mit einem Clown, dessen Figur zeitlos bleibt, stellen wir die Frage, ob man wirklich irgendwann die Ausfahrt verpasst, wenn man nicht wachsam bleibt. Und wie wird man eigentlich zeitlos, wie Charles Chaplin, Buster Keaton, oder Woody Allen?

Mit Thilo Matschke

Regie/Dramaturgie: Raphael Batzik
Text: Stefan Sprang

December 2021
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