Rose - mit Angela W. Röders

von Martin Sherman
Im Rahmen der Woche des Gedenkens:
‚Rose‘ ist die Geschichte einer Frau, die Witz, Humor, Weisheit, Geist, Gefühl und Lebenskraft in sich vereinigt, sie erzählt vom Untergang der jiddischen Kultur, von der Kluft zwischen Liberalen und Orthodoxen in Israel und von der Entfremdung zwischen Israelis und Juden aus der Diaspora in der ‚Alten Welt‘.

Rose überlebt als einzige in ihrer Familie den Holocaust und nimmt in Amerika tatkräftig am wirtschaftlichen Aufschwung teil. Ihr Sohn Abbie verwirklicht den Traum der Mutter und wandert nach Israel aus, und ausgerechnet einer seiner Söhne, Roses Enkel, erschießt eines Tages unter dem Einfluß ultraorthodoxer Siedler ein palästinensisches Mädchen.

Für dieses Mädchen sitzt Rose nun sieben Tage lang ‚Shivá‘, eine Tradition frommer Juden nach dem Tod engster Familienangehöriger. Es ist die Geste der Trauer für einen Menschen und auch für ihre eigene Tochter, die im Warschauer Ghetto von einem deutschen Soldaten erschossen wurde.

Hier schließt sich der Kreis des Verstehens zwischen früher und aktueller Geschichte. Rose fragt nicht nach Religion, Kultur, nach Bildung und sozialer Herkunft, für sie zählt nur der Mensch und sein Recht auf Würde. Sie fordert nicht Hass und Vergeltung, sondern die Liebe in jedem von uns, die Entscheidung zum Neuanfang und für ein Miteinander ohne Hass und Vergeltung.

Die Hamburger Schauspielerin Angela W. Röders legt in einer Neuinszenierung der Regisseurin Marianne Hauttmann mit beeindruckender Schauspielkunst den Finger in die Wunde, schonungslos und von der ersten bis zur letzten Bühnenminute fesselnd.

Im Anschluss an das Stück gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit der Schauspielerin Angela W. Röders.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Kulturhaus Eppendorf, Stadtteilarchiv Eppendorf und MARTINIerLEBEN

Date & Time

25.01.2019
19:00

Location

Kulturhaus Eppendorf
Julius-Reincke-Stieg 13a
20251 Hamburg