OFF EUROPA: MAPPING ISRAEL

Festival für Zeitgenössische Darstellende Kunst
Leipzig + Dresden + Chemnitz, 20. bis 26. Mai 2019

Die Bedingungen für Kunst sind in Israel alles andere als einfach. Eine konservative Regierungspolitik und vor allem eine rechte Kulturministerin machen den Künstlerinnen und Künstlern die Arbeit schwer. Das Problem ist nicht so sehr eine fehlende finanzielle Ausstattung, diese jedoch ist sofort gefährdet wenn die Kunst gewisse Pfeiler des Staates wie die Armee oder die Besatzungspolitik thematisiert. Bereits Nacktheit auf der Bühne war zuletzt ein viel diskutierter Grund, Fördermittel zurück zu fordern. In Jerusalem passiert es immer wieder einmal, dass ultraorthodoxe Juden Aufführungen stören oder gar verhindern. Auf der anderen Seite werden israelische Künstler bei Gastspielen im Ausland häufig als Vertreter*innen eines Unrechtsregimes betrachtet und sehen sich oft Boykottdrohungen ausgesetzt.


Weil unsere Auswahl etwas über das Land erzählen möchte ist sie unweigerlich auch eine Politische. So wie jede gute Kunst politisch ist. Ob es dabei um Gewalt oder Aussöhnung geht, um Frauenrollen oder Männerbilder, um kulturelle Verwurzelungen oder Geburtenraten - oder ob die Kunst sich selbst befragt, das Publikum in Israel reagiert stark auf Theaterarbeiten, die sich auf gesellschaftliche Diskurse beziehen, diese vielleicht sogar anstoßen.

Wir wünschen unseren Zuschauer*innen wunderbare Begegnungen mit sehenswerten Aufführungen aus einem Land, dessen Darstellende Künste in Ostdeutschland und Sachsen selten so geballt präsentiert worden sind.