Intertwining Arts

TRANSIENCE

painting after Scriabin and Vine

ELINA AKSELRUD (Klavier)
ANNA PRYDATKO (Malerei)

Haben Sie beim Hören von Musik jemals beobachtet, wie Ihre visuelle Vorstellung dem Hörerlebnis entsprach? Vielleicht hat fast jeder Mensch etwas in seinem Kopf "gesehen", als er musikalische Klänge jeglicher Art, Stil, Genre und Instrumentierung hörte. Der Grund dafür ist, dass unsere Sinne oft sehr viel stärker miteinander verbunden sind, als es scheint. Wir neigen dazu, mit mehreren von ihnen zu antworten, wenn nur einer davon betroffen ist. Wenn man beispielsweise ein Musikstück hört, kann dies Erinnerungen wachrufen, die eigenen Träume und sogar nicht zusammenhängende Handlungslinien als lebendige "Filme" visualisieren (ohne zufällige, inkonstante Ideen zu erwähnen). Manche Menschen haben die Fähigkeit, mit musikalischen Klängen verbundene Farben zu sehen (Synästhesie): in diesem Fall sind sie entweder von Natur aus synästhetisch (die Beziehung geschieht von alleine) oder genau das Gegenteil, das heißt, sie verwenden ein durchdachtes und komplexes Relativitätssystem zwischen Musiktönen und Farbnuancen.

Alexander Skrjabin (1872-1915) gehörte zur letzteren Gruppe: Obwohl viele glauben, er sei von Natur aus synästhetisch gewesen, gibt es Studien, die eindeutig eine detaillierte wissenschaftliche Herangehensweise an das Konzept zeigen. Er hat sich sein ganzes Leben lang als interdisziplinärer Komponist entwickelt. In "Prometheus, die Dichtung vom Feuer", op. 60, notierte er sogar eine Rolle für verschiedenfarbige Lichter in der Orchesterpartitur und plante dies auch für das unvollendete "Mysterium". In seinen frühen Werken war er jedoch noch nicht so konkret: Dies stellt das Team der Intertwining Arts vor eine besondere Herausforderung, ein Crossover-Projekt zu erschaffen. Unsere Idee ist es, die 24 Präludien op. 11 (1888-1896) aufzuführen und dabei gleichzeitig eine Künstlerin ein Bild auf der Bühne erschaffen zu lassen. Dies wird auf eine Leinwand projiziert, damit das Publikum den gesamten Prozess mitverfolgen kann. Die Präludien werden das Publikum während der ersten Hälfte des Konzertes auf eine Reise durch verschiedene Eindrücke, Gefühle und Emotionen nehmen: oftmals plötzlich wechselnd und vorübergehend. Durch die Präludien wird sich die visuelle Performance entwickeln und während der Dritten Klaviersonate von Carl Vine, einem zeitgenössischen australischen Komponisten (geb. 1964), völlig aufblühen. Die Sonate ist natürlich ein Stück eines anderen Umfangs: ein beinahe durchkomponiertes, grosses Werk. Jeder Satz folgt unmittelbar dem vorherigen [attaca] und ist durch wiederkehrende Motive und Harmonien mit den anderen verbunden. Die Sonate bietet noch viel zu erforschendes Material: Sie wurde 2007 komponiert und wird zu Unrecht selten gespielt.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung:
Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer Stiftung
StockART - Stiftung für Musik
Arthur Waser Stiftung
Schweizerische Interpretenstiftung SIS
FUKA-Fonds Stadt Luzern Migros Kulturprozent

Date & Time

24.05.2019
19:30

Doors open

From: 24.05.2019 19:00
To: 24.05.2019 21:00

Location

Marianischer Saal
Bahnhofstrasse 18
6003 Luzern

Tickets

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